Das Cushing Syndrom beim Hund

Das Cushing Syndrom beim Hund

Das Cushing Syndrom beim Hund

Das Cushing Syndrom, auch Hyperadrenokortizismus genannt, ist eine häufige Hormonerkrankung beim Hund.

Durch eine Funktionsstörung der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) oder der Nebenniere, produziert der Körper des Hundes dauerhaft zuviel Cortisol. Ein Grund für die Funktionsstörung können Tumoren oder Geschwulste sein. Cortisol ist als Stresshormon bekannt und wird in Stresssituationen auf ganz natürlichem Wege vermehrt  in den Körper gegeben. Dieser Vorgang wird als endogene (von innen) Ursache bezeichnet.

 

Folge einer medikamentösen Therapie

Daneben findet sich das Cushing Syndrom noch als Folge einer medikamentösen Therapie, bei welcher Cortison oder ACTH verabreicht werden. Hier spricht man von einem exogenen (von außen) Cushing Syndrom. Das ACTH (adrenocorticotropes Hormon) ist ein lebenswichtiges Hormon, dass Einfluss auf den Zucker-, Wasser- und Mineralstoffwechsel hat. Oftmals ist die Ursache der Erkrankung ein gutartiger Tumor in der Hypophyse, in dessen Zellen große Mengen ACTH produziert werden, welche wiederum die Nebennieren stimulieren, übermäßig Cortisol zu produzieren.

Grundsätzlich kann das Cushing Syndrom bei allen Hunderassen vorkommen, häufig sind allerdings kleinwüchsige Rassen und ältere Hunde (8-10 Jahre), sowie durch die genetische Veranlagung, weibliche Tiere, betroffen.

Um die Diagnose stellen zu können, werden Blut- und Urinuntersuchungen, sowie verschiedene Hormontests durchgeführt. Beim ACTH-Test wird mit einer ersten Blutentnahme ein Basiswert des ACTH-Spiegels ermittelt. Anschließend wird dem Hund ACTH injiziert und eine zweite Blutentnahme folgt nach einer Stunde. Beide Proben werden zur Untersuchung ins Labor geschickt. Wenn die Cortisolkonzentration im Blut nach der Stimulation mehr als das dreifache der Basalkonzentration beträgt, ist der Verdacht auf Cushing gegeben. Bei einer Urinuntersuchung wird der Cortisol/Kreatinin Quotient getestet.

Die Symptome des Cushing Syndroms können sehr vielfältig sein. Erkrankte Hunde weisen häufig ein vermehrtes Trinkverhalten auf und haben gesteigerten Appetit. Das Fell des Hundes wird stumpf und die Haut dünn. Oftmals tritt Haarausfall an verschiedenen Stellen des Körpers auf. 

Eine Therapie richtet sich immer nach der Ursache, die das Überangebot des Cortisols verursacht hat, es gilt jedoch immer, den Cortisolspiegel zu senken bis sich die Werte normalisiert haben. Medikamentenstoffe wie Trilostan und Ketoconazole werden hierzu eingesetzt. Nach Verabreichung sind regelmäßige Blutuntersuchungen notwendig, da auch eine Umkehr zu einem zu niedrigem Cortisolwert gefährlich werden kann.

Der ACTH-Stimulationstest muss in regelmäßigen Abständen (1., 3., 6., 12. Woche, danach halbjährlich) durchgeführt werden. 

Bei exogenen Ursachen muss das verursachende Medikament soweit reduziert werden, wie es die Grunderkrankung zulässt. Hierzu zählen meist Cortisonpräparate, die nur schleichend abgesetzt werden dürfen. Liegen endogene Ursachen für die Erkrankung vor, kann eine operative Entfernung des Tumors und / oder Bestrahlungen in Betracht gezogen werden.

Da das Cushing Syndrom wiederholt auftreten kann, ist eine regelmäßige Überprüfung des Cortisolspiegels auch nach der eigentlichen Therapie ratsam.