Kaninchen als Haustier

Kaninchen als Haustier

Alles Wissenswerte zur Kaninchenhaltung

Das Kaninchen gilt als pflegeleichtes Haustier, bestens geeignet für Familien mit kleinen Kindern. Doch die niedlichen Fellnasen sind keineswegs so anspruchslos, wie sie zunächst vermuten lassen.

Sind Kaninchen wirklich so pflegeleicht?

Es kommt immer auf den Vergleich an. Im Gegensatz zu einem Hund oder einer Katze sind Kaninchen bei artgerechter Haltung tatsächlich relativ pflegeleicht. „Relativ“ denn sie wollen über bis zu 8 Lebensjahre hin täglich gepflegt und im Auge behalten werden.

Dabei sind sie – entgegen der allgemeinen Meinung – keine Schmusetiere, die gern herumgetragen werden. Dürfen sie sich frei bewegen, gewinnen sie jedoch rasch Vertrauen zu ihrem Halter und sind innerhalb ihrer Gruppe recht genügsam.

In der Wohnung ist das Kaninchen nicht unbedingt ein Selbstläufer. Mit seinen großen Zähnen probiert es alles, was ihm vor die Pfoten kommt und macht im Zweifelsfall keinen Unterschied zwischen deinem Mahagonitisch und seinem Knabberzweig.

Was ist wesentlich für die Kaninchenhaltung?

Das Kaninchen ist ein geselliges Haustier und sollte deshalb in Gruppen gehalten werden. In Einzelhaltung vereinsamen sie. Die Vergesellschaftung braucht oftmals etwas Zeit, ist aber unumgänglich. Es empfiehlt sich, mindestens ein Pärchen, gern aber auch ein (kastriertes) Männchen mit mehreren Weibchen oder zumindest in einer ausgeglichenen Gruppe zu halten.

Gesunde Kaninchen können, entsprechende Rückzugsmöglichkeiten vorausgesetzt, das ganze Jahr über draußen gehalten werden, begnügen sich aber auch mit regelmäßigem Auslauf in der Wohnung. Ideal ist es, dem Haustier einen eigenen Bereich zu reservieren.

Kaninchen mögen Temperaturen um die 18 °C. Überheizte Räume und zugige Außenbehausungen ohne Isolierung können zu Krankheiten führen.

Der tägliche Wechsel zwischen Innen- und Außenbereich ist nicht zu empfehlen. Ein wachsames Haustier möchten sich seines Reviers sicher sein. Dieser Grundsatz gilt auch im Hinblick auf jedes andere Haustiere Eine gemeinsame Haltung mit Nagetieren wie Meerschweinchen gestaltet sich nicht zum Wohle der Kaninchen. Hunde und Katzen sollten den Käfigen fern bleiben.

Wie wird der Kaninchenkäfig eingerichtet?

Die Grundfläche des Kaninchenkäfigs sollte für zwei Haustiere mindestens 6 qm betragen. Für jedes weitere Tier planst du 20 % mehr Raum ein. DeinHaustier sollten in seinem Gehege mit aufgerichteten Ohren frei stehen können.

Eingestreut wird bestenfalls mit Stroh. Wohnhöhlen und Häuschen sollten aus Naturmaterialien gefertigt sein. Plastik wird beim Benagen verschluckt und schädigt die Tiere stark. Jedes Haustier benötigt einen eigenen Unterschlupf, in dem es sich frei um die eigene Achse drehen können muss.

Näpfe, Heuraufen und Trinkflaschen sind bestenfalls aus nagefestem bzw. verdaulichem Material gefertigt. Die tägliche Reinigung versteht sich von selbst.

Es ist möglich, Kaninchen zur Sauberkeit zu erziehen. Entsprechende Kleintiertoiletten gehören ebenfalls zum Inventar.

Drinnen wie draußen gilt es, einen sicheren Auslaufbereich zu gestalten. Ein neugieriges Haustier freut sich über Tonröhren und Heutunnel, Aussichtsplattformen und Häuschen mit mehreren Eingängen.

Was frisst ein Kaninchen?

Der träge Magen-Darmtragt der Kaninchen ist auf regelmäßige Nahrungszufuhr angewiesen. Dein Haustier bevorzugen dabei Rohfasern und Frischfutter.

Regelmäßige Bestandteile des Kaninchenfutters – unsere Futterliste für das Kaninchen

– Wild- und Wiesenblumen
– Gräser
– Heu oder Stroh sollten generell frisch zur Verfügung stehen
– frische Zweige für den Zahnabrieb (Hainbuche, Linde, Weide, Ahorn Haselnuss, Kernobstbäumen)
– täglich frisches Gemüse(Kohl, Karotten, Kohlrabiblätter, Spinat, gelbe und rote Paprika, Brokkoli, Fenchel, Sellerie, Chicorée, Blattsalate)
– Obst als Leckerli in kleinen Mengen (Apfel, Birne, Weintrauben)

Welche Lebensmittel sind schädlich für Kaninchen?

Nicht alles, was das kleine Haustiere mit Appetit vertilgen, ist tatsächlich auch gesund.

– getrocknetes Obst und Gemüse quillt im Magen auf
– Frischfutter darf erst nach einer Eingewöhnungsphase regelmäßig verfüttert werden (Gefahr Blähungen zu erzeugen!)
– Snacks nur sparsam verfüttern
– Trockenfutter bzw. Fertigmischungen sind in der Regel in ihrer Zusammensetzung ungeeignet (enthalten große Mengen an Getreide, Nüssen, z.T. Honig, Zucker)
– Knabberstangen und andere Naschereien sind nicht hart genug, um den Zahnabrieb zu fördern, wohl aber den Drang zu knabbern – die Folge: eine unzureichende Zahnpflege
– Zwiebelgewächse, exotisches Obst und Hülsenfrüchte sind tendenziell ungeeignet
– Salz und Kalksteine sind unnötig bei ausgewogener Ernährung
– Brot und andere Backwaren sind schwer verdaulich
– Milch- und Molkereiprodukte werden ebenfalls nicht vertragen

Darf das Kind seine Kaninchen in seinem Zimmer halten?

Kinder können sehr vom friedvollen Wesen eines Kaninchens profitieren, sofern ein Erwachsener sie in einem angemessenen Umgang mit diesem Haustier unterweist und dessen Versorgung auch in Zeiten des Desinteresses sicherstellt.

Die Haltung im Kinderzimmer macht dem agilen Haustier an sich nichts aus. Schlafen die Kinder jedoch in ihrem Spielzimmer, ist von dieser Idee deutlich abzuraten. Kaninchen sind wechselaktiv. Sie springen in der Abenddämmerung und zum Sonnenaufgang hin besonders wild in ihren Käfigen herum und haben auch nachts immer wieder aktive Phasen, in denen sie ihr Einstreu durchwühlen und miteinander toben. Dabei kann der Geräuschpegel durchaus ansteigen, sodass für den müden Menschen an Schlaf nicht zu denken ist.

Wie viel kostet ein Kaninchen pro Monat?

Kaninchen zu halten ist keine kostspielige Angelegenheit. Dem Wocheneinkauf werden lediglich wiederkehrende Kosten für frisches Grün (Obst, Gemüse, Kräuter) und Heu aufgeschlagen. (4 x 15 EUR = 60 EUR im Monat)

Wer bei der Ersteinrichtung die Wahl nachhaltiger Materialien beachtet, hat in diesem Zusammenhang selten mit zusätzlichen Kosten zurechnen. Holzhäuser und Höhlen sollten regelmäßig auf Beschädigungen kontrolliert werden. Hier fällt ca. alle 3 Monate ein Neukauf an. (20-30 EUR : 3 = max. 10 EUR im Monat)

Außerdem können immer Krankheiten auftreten. Tierarztkosten sind in ihrem Umfang nicht zu unterschätzen, weshalb es sinnvoll ist, sich Rücklagen für solche Fälle zu schaffen. Somit kommst du fix auf 60 EUR im Monat, denen du ca. 40 EUR für Inventar und eventuelle Rücklagen aufschlagen kannst.

Sind manche Kaninchenarten eher für Anfänger geeignet als andere?

Bevor die Wahl auf ein bestimmtes Haustier fällt, ist es sinnvoll, sich mit rassentypischen Besonderheiten auseinanderzusetzen und sich zu fragen, welche Eigenschaften im eigenen Haushalt am ehesten gefragt sind.

So ist zum Beispiel das Rexkaninchen ein verspieltes und dennoch sanftmütiges Haustier. Die vielfältigen Farbvarianten machen es auch optisch interessant.

Das Jersey Wooly ist ein Nachfahre des Angorakaninchens und entsprechend mit einem längeren, sehr plüschigen Fell ausgestattet. Die Tiere sind intelligent und neugierig, aber dabei verhältnismäßig ruhig und nicht auf übermäßig viel Auslauf versessen. Sie sind dafür bekannt, weder auszuschlagen noch zu beißen, was für Anfänger sehr Vorteilhaft sein kann.

Zwergwidder, die kleinen Kaninchen mit den Schlappohren, begeistert viele Menschen schon mit ihrem bloßen Anblick. Die hängenden Löffel, geben ihm ein entzückendes Äußeres, schränken es aber auch ein. Es hört und sieht etwas schlechter als seine Artgenossen. Was in freier Natur ein absoluter Nachteil wäre, gilt für ein Haustier bisweilen als echter Pluspunkt. Die Tiere gelten als sehr ruhig, wenig schreckhaft und zutraulich.

Neben diesen steht eine lange Reihe weiterer Arten zur Auswahl. Züchter beraten Kaninchenneulinge gern zu den Vorzügen einzelner Haustiere.