Für manche Haustiere wird die Urlaubsfahrt zum Höllentrip

Für manche Haustiere wird die Urlaubsfahrt zum Höllentrip

Für manche Haustiere wird die Urlaubsfahrt zum Höllentrip

Wie jedes Jahr…

Die große Tierliebe endet häufig in den Sommermonaten: Wenn die Familie ihre Urlaubskoffer packt, ist für das Haustier manchmal kein Platz mehr. An Rastplätzen, Tankstellen oder in Wäldern nimmt dann die beschauliche Mensch-Tier-Beziehung ein jähes und nicht selten grausames Ende: Die Tiere werden ausgesetzt, festgebunden, zurückgelassen.

Das Aussetzen von Tieren ist gesetzlich verboten und wird mit hohen Geldstrafen geahndet. Dennoch verlieren in den Sommerferien, Angaben des Magazins „Stern“ zufolge, jedes Jahr rund 70.000 Tiere in Deutschland ihr Zuhause.

In diesen Wochen spitzt sich die ohnehin schon brisante Situation in den deutschen Tierheimen noch weiter zu: Zu Ferienbeginn verlieren zahlreiche Tiere ihr Zuhause. Ausgesetzt, zurückgelassen, fortgejagt, wird ihr Überleben zum Glücksspiel.

Viele Hunde, die an Leitplanken angeleint wurden, finden im Straßenverkehr den Tod; andere verhungern oder verdursten qualvoll, geraten in Fallen, unter Autoräder, an schlichtweg die falschen Menschen, die die Situation der verlassenen Tiere falsch einschätzen oder sogar ausnutzen.

 

Tiere zu halten bedeutet Verantwortung zu haben: An 365 Tagen im Jahr

„Leider machen sich nur wenige Menschen bewusst, was alles mit der Anschaffung eines Haustieres zusammenhängt“, sagt Birgit Miller, Vorsitzende des Tierschutzvereins Katzenhilfe Augsburg und Umgebung e.V.

„In der Urlaubszeit wollen die Menschen sich dann einfach ausklinken, ihre Verpflichtungen hinter sich lassen. Anstatt dann für das Tier eine liebevolle Betreuung zu organisieren, wird das Haustier einfach entsorgt.“ Rund 70.000 Haustiere verlieren so, Angaben des Magazins „Stern“ zufolge, jedes Jahr in Deutschland ihr Zuhause.

Die fehlende Kennzeichnungspflicht unterstützt die anonyme „Entsorgung“ der Tiere
Gerade die Zahl der ausgesetzten Katzen steigt in den letzten Jahren dramatisch an: Da noch immer keine bundesweite Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht besteht, scheint es ein Leichtes, sie auszusetzen, ohne dass die Tierheime und Behörden dem Besitzer auf die Schliche kommen können. Aber auch die angeblich so pflegeleichten Nagetiere trifft es, ebenso wie Exoten wie Schildkröten und Schlangen.

 

„Nimmst du mein Tier, nehm‘ ich dein Tier“: Unkomplizierte Initiative des Deutschen Tierschutzbunds

Dabei gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, den tierischen Mitbewohnern auch während des Urlaubs ein artgerechtes und liebevolles Unterkommen zu bieten: Neben zahlreichen privaten Angeboten von engagierten Tierfreunden können Hund, Katze, Schildkröte und Maus auch in professionelle Tierpensionen oder „Tierhotels“ gebracht werden, die sich um das Wohlergehen der Tiere kümmern.

Zudem hat der Deutsche Tierschutzbund e.V. die Aktion „Nimmst du mein Tier, nehm‘ ich dein Tier“ ins Leben gerufen: Hier helfen sich die Tierhalter gegenseitig aus. Teilnehmen kann auch, wer nur einen Betreuungsplatz bieten will oder aber lediglich ein liebevolles Plätzchen für sein Tier während der Ferien sucht.

 

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